Was bedeutet Neuroplastizität?

Das Gehirn ist kein starres System. Erfahrungen können seine Struktur und Arbeitsweise beeinflussen. Diese Anpassungsfähigkeit begleitet uns über die Entwicklung hinaus. Der Fachbegriff dafür ist Neuroplastizität. [1]

Wie verändert sich das Gehirn beim Lernen?

Beim Lernen arbeiten Nervenzellen aus verschiedenen Hirnregionen zusammen. Durch Übung kann ihre Kommunikation effizienter werden. Lernen bedeutet also nicht einfach, dass immer mehr neue Nervenzellen entstehen: Entscheidend sind auch Veränderungen ihrer Verbindungen. [2]

Ein Beispiel aus dem Alltag

Die ersten Akkorde auf einem Instrument fühlen sich ungewohnt an. Mit Übung gelingt die Bewegung leichter. An solchen Lernprozessen lässt sich die Anpassungsfähigkeit des Gehirns veranschaulichen.

Ist Neuroplastizität dasselbe wie Brain Retraining?

Nein. Neuroplastizität bezeichnet eine Eigenschaft des Nervensystems. Brain Retraining ist eine Bezeichnung für Trainingsansätze, die Lern- und Veränderungsprozesse nutzen wollen. Der biologische Grundbegriff und ein konkretes Trainingsprogramm sind deshalb nicht gleichzusetzen.

Was sagt Neuroplastizität über chronische Beschwerden aus?

Dass sich das Gehirn verändern kann, ist kein Beleg dafür, dass eine bestimmte Übung jede chronische Erkrankung behandelt. Dafür braucht es eigene Untersuchungen zum jeweiligen Verfahren und zur jeweiligen Erkrankung.

Für dich heißt das: Veränderung ist ein sinnvolles Thema, ohne dass du dir die Verantwortung für jede Beschwerde zuschreiben musst.

Welche Begriffe gehören dazu?

Quellen und weiterführendes Wissen

  1. Society for Neuroscience / BrainFacts: How Experience Shapes Your Brain. Grundlagen zu erfahrungsbedingten Veränderungen des Nervensystems.
  2. BrainFacts / Society for Neuroscience: How Does the Brain Learn?, 19. Oktober 2023. Erläuterung von Verbindungen zwischen Nervenzellen und Lernen.